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07/09/2006

Soulgrinder - METALIUS 7,5/10

http://www.metalius.de
mark 7,5 / 10
author Katrin Kropf

Ganz klassischer Schwermetall kommt uns hier aus Bella Italia zugeflogen. Nix weichgespült, hochmelodisch und kitschbefranst! ANTHENORA gibt's eigentlich schon seit 1990" In den 90ern machte man sich vor allem den Ruf als bekannteste Iron Maiden-Coverband Italiens zu Eigen, dann ward's 'ne ganze Weile still um Pooma, Mekk & Co. Erst nach längerer Zwischenpause fand man sich 1999 wieder zusammen und schmiedete eine Demoscheibe, die dann auch ein gewisser Nicko McBrain so gut fand, dass er die Band für dessen Total McBrain Damage-Tour engagierte. Das gefiel dem Nicko so gut, dass er die Band auch 2003 und 2004 als seine Live-Begleitband erkor. Mit dieser motivierenden Erfahrung ausgerüstet, nahm man 2002 gleich noch eine EP auf, bevor man dann endlich für ein erstes Full Length-Album unter einem Label, Locomotive Records, unterkam.

"The Last Command" stellte 2004 ein Konzeptalbum zwischen düster-nahender Zukunft und dem Europa des Zweiten Weltkrieges dar. Auch der nun vorliegende 2006er Nachfolger "Soulgrinder" atmet diese dunkle Atmosphäre, das verrät allein schon der Titel des Intros: "June 6. 1944. Overlord". Dem schwermetallischen, kraftprotzenden Stahlgemisch mangelt's aber trotz der Endzeit-Grundstimmung nicht an Eingängigkeit. Da kommt wohl doch die italienische Herkunft durch" oder eben das Faible für Iron Maiden. Obwohl man den Jungs nun wirklich nicht vorhalten kann, bei ihren großen Vorbildern blind abzukupfern. Zwar gehen die Gitarren ähnlich melodisch-energisch und mehrfach übereinander gestapelt nach vorn los, doch allein im stimmlichen Niveau sind da Unterschiede wie Tag und Nacht. Herr Luigi Bonansea verfügt zwar über schön kraftvolle, raue Stimmbänder " 'ne akzentfreie Mische aus Sacred Steel-Gerrit und Paragons Babuschkin " weiß damit aber nicht sonderlich flexibel umzugehen. Eindeutig das größte Manko dieser Band. Mit ein wenig mehr Vielseitigkeit im gesanglichen Sektor würden auch die schon recht stark geschriebenen Songs noch mehr zünden. "Hundred Knives" ist da aber schon mal eine positive Ausnahme, in welcher Signor Bonansea mal mehr aus sich herausgeht.

Die Italiener mixen auf "Soulgrinder" die Schlagkräftigkeit von 80er US Metal-Ikonen á la Metal Church oder Vicious Rumors mit tiefer gestimmten Maiden-Gitarren und sich festbeißenden Melodien der europäischen Heavy-Schule und würzen dies zudem mit einer Prise Nevermore, was die schön schrägen, leider noch viel zu selten vorkommenden düster-dissonanten Gesangsharmonien hin und wieder beweisen" Anthenora machen eigentlich nichts falsch: Die simpleren Songs knallen ordentlich ("Cassandra" & "Dream Catcher"!), die Stromgitarren liefern sich saftige Duelle und Soli und das meiste bleibt gut im Ohr hängen ohne sich anzubiedern" aber da ginge noch mehr. Talent haben sie, doch ist es mit diesem doch recht ausgelatschten Stilmix nicht einfach, sich auch in Zukunft behaupten und abheben zu können.

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