Reviews



10/04/2006

Soulgrinder - WALLSOFFIRE 4/5

http://www.wallsoffire.de
mark 4/5
author deadnextdoor

Anthenora waren bis vor kurzem noch als Italiens bekannteste Iron Maiden-Coverband am Start, entschlossen sich aber dann im März 2004, es auf dem Debütalbum auch mal mit eigenem Material zu versuchen. Dies schien den Mannen aus Saluzzo derart gut gefallen zu haben, dass sie sich von ihrem Ruf als Covertruppe komplett loseisten und seitdem nur noch eigenes Material einspielten.
Nun kommt die zweite Platte auf den Markt und zeigt die Band als sehr reife, und hinsichtlich ihres Ursprungs sehr untypische Power-Metal-Band, die sich sehr stark am derzeit gängigen Teutonen-Sound orientiert. Statt Rhapsody und Labyrinth sind es Bands wie Symphorce, Mystic Prophecy und ganz besonders Brainstorm, die bei "Soulgrinder" als Vergleich herhalten müssen, und überraschenderweise können die Italiener diesem dann auch standhalten. Selbst wenn man sich den ein oder anderen Riff bzw. verschiedene Gesangsmelodien schon recht frech bei Andy B. Franck und Co. ausleiht. Aber die Musik auf "Soulgrinder" ist nun mal ausnahmslos stark. Power Metal in Reinkultur, ganz ohne Schnörkel oder nerviges Beiwerk wie Keyboards oder dergleichen. Dazu kommen dezente Anleihen an die NWoBHM (bei der Vergangenheit kein Wunder) und ein paar Doublebass-Passagen, die an den härteren Stoff von Gamma Ray erinnern. Und obwohl die Eigenständigkeit darunter ein wenig leider, stört es einen kaum, wenn man den einen oder anderen Gitarrenpart hier oder da schon mal gehört hat " was ja eindeutig für die Qualitäten dieser Band spricht!
Ohrwürmer haben Anthenora daher natürlich auch am Start, allen voran das ziemlich melodische "Cassandra", die flotte Melodic-Metal-Nummer "Hellish Fire", das hymnische "The Call Of The Undead" sowie das arg Brainstorm-lastige Titelstück. Und mit solchen Songs sollte es den Italienern auch mit Leichtigkeit gelingen, ihre Fanschar weiter auszubauen. Kompositorisch bieten Anthenora jedenfalls schon einen enorm hohen Standard, der zwar allseits bekannte Elemente beinhaltet, diese aber mithilfe einer sehr starken Performance zu neuem Leben erweckt. Hier meldet sich Italiens vielleicht beste derzeitige Power-Metal-Band zu Wort, und ich kann euch nur dringend raten, euch diese Scheibe nicht entgehen zu lassen. Mit einem solch monströsen Sound wie auf "Soulgrinder" klatsche Anthenora die heimische Konkurrenz nämlich problemlos an die Wand!

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